Suchen
Suchen
Schimmel in der Wohnung- Gefahr für die Gesundheit
Schimmel

Schimmel in der Wohnung- Gefahr für die Gesundheit

Schimmel ist nicht nur ein unschöner Anblick, sondern kann sich zu einer ernsthaften Gefahr für die Gesundheit entwickeln. Der Zusammenhang zwischen Schimmelbefall in der Wohnung und allergischen Reaktionen bis hin zu asthmatischen Problemen ist unbestritten.

Um die Entstehung und Vermehrung der Schimmelpilze zu verstehen, ist es gut zu wissen, dass Schimmelpilze heterotroph leben. Das bedeutet, dass sie sich von organischen Verbindungen ernähren, die sich in ihrer Umgebung befinden.

Im Gegensatz dazu leben die Pflanzen autotroph, da sie sich mittels der Photosynthese komplett von anorganischen Stoffen ernähren: Über ihre Blätter nehmen sie mithilfe des Chlorophylls im Blattgrün die Energie des Sonnenlichts auf und bauen zusammen mit aufgenommenem Wasser, Mineralsalzen und Kohlendioxid (aus der Luft) Stärke und Traubenzucker in sich auf. Bei diesem Vorgang wird Sauerstoff frei, der an die Luft abgegeben wird.

Schimmelpilze ernähren sich nun eben nicht wie die ‚höheren Pflanzen’ von Licht, sondern von organischen Stoffen. Diese Stoffe finden sich fast überall: auf Oberflächen wie Holz oder Kunststoff, in der Erde, im Staub. Unser Lebensumfeld bietet ihnen also die perfekten Voraussetzungen, um sich zu vermehren. Dies tun sie am liebsten und besten, wenn die Luftfeuchtigkeit um die 80%  und die Temperatur um die 20°C beträgt. Bei ihrer Vermehrung, der so genannten Sporulation, geben sie eine riesige Menge an Sporen an die Luft ab.

Und eben diese Sporen sind es, die sie so gefährlich für den Menschen machen. Zusammen mit den ebenfalls in der Luft befindlichen Hausstaubmilben sind die Sporen der Schimmelpilze- bisher sind rund 100.000 verschiedene Arten erfasst- verantwortlich für allergische Reaktionen beim Menschen, die bis hin zum allergischen Asthma führen können.

Dabei sind die Schimmelprobleme größtenteils selbst gemacht: je besser Häuser in der Absicht der Wärmedämmung und Energieersparnis isoliert werden, desto schlechter funktioniert die Durchlüftung. Problematisch wird dies vor allem bei unprofessioneller Ausführung der Wärmedämmung.

Außerdem wächst die Gefahr vor allem im Winter, wenn  auch an ansonsten trockenen Stellen Feuchtigkeit kondensiert- das passiert vor allem an solchen Bereichen, an denen das Mauerwerk schlecht gedämmt ist. Dort schlägt sich dann die im Raum befindliche Feuchtigkeit nieder.

Die in feuchtem Bauwerk vorhandenen Schimmelpilze sind meist zunächst unsichtbar. Der typisch modrige Geruch kann jedoch auf das Problem hinweisen, bevor es sichtbar ist. Auch neuer oder vermehrter Auftritt von Silberfischchen und anderen Insekten können ein Zeichen für Schimmelbefall sein- manche Menschen reagieren auch mit Atemproblemen, die ebenfalls einen ersten Hinweis auf verborgenen Schimmelbefall liefern können.

In der ersten statistisch aussagekräftigen Studie der Universitäten Jena, der TU Berlin und der TU Dresden wurde festgestellt, dass in jeder fünften Wohnung in Deutschland sichtbare Feuchtigkeitsschäden bestehen und jede zehnte Wohnung konkret von Schimmel befallen ist.

Abhilfe schafft langfristig jedoch nicht der Einsatz der chemischen Keule, sondern eine effektive Wärmedämmung sowie das richtige eigene Verhalten.

Es sollte mindestens drei Mal täglich gelüftet werden- und zwar mit weit geöffneten Fenstern. Je ungehinderter die frische Luft dabei in die ganze Wohnung strömen kann, desto besser: also am besten alle Fenster zugleich öffnen. Kalte Luft von außen ist sogar hilfreich gegen Feuchtigkeitsprobleme, denn sie ist trocken und nimmt die Feuchtigkeit in der Wohnung auf.

Vorbeugen kann man auch, indem man ausreichenden Abstand zwischen Möbeln und Wand belässt, um den Luftaustausch in diesen Nischen zu gewährleisten. Auch ein atmungsaktiver Wandbelag trägt zur Schimmelvorbeugung bei. Bei bereits bestehenden Schäden sollte man sich jedoch an Fachleute wenden, um eine genaue Überprüfung des Befalls vornehmen zu lassen und dann entsprechende Maßnahmen wie eine Erneuerung der Wärmedämmung des Hauses einzuleiten.

Kommentare

Menü