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Kalte Ledermöbel – Ratgeber
Kalte Ledermöbel

Kalte Ledermöbel – Ratgeber

Jeder der schon mal Ledermöbel besessen hat, oder es sich auf einem Ledersofa gemütlich gemacht hat, weiß die Gemütlichkeit und Nachhaltigkeit von Leder zu schätzen. Das schöne Aussehen und das angenehme Gefühl der Lederoberfläche haben viel zu dieser vielseitigen Einsetzbarkeit geführt. In letzter Zeit finden sich neue Ledermöbel vor allem in Wohnzimmern, und zwar in allen Formen und Farben. Neben dem altbekannten Bezugstoff für Sofas, können auch Bilderrahmen, Teppiche, Bodenbeläge und Wandverkleidungen aus dem Naturstoff hergestellt werden. Inzwischen findet sich Leder auch im Schlafzimmer, da manche Hersteller dazu übergegangen sind, ganze Bettgestelle aus dem Material zu produzieren.

Das hat in letzter Zeit wieder zu einem Trend in mit Naturleder überzogener Möbel geführt. Falls auch Sie nun mit dem Gedanken spielen ein solches Möbelstück zu erwerben, kann es sein, dass die schiere Unzahl an Angeboten vergessen, sich über die richtige Pflege zu informieren und das Leder auf Ihrem Sitzmöbel nach einiger Zeit kalt und unfreundlich wirkt. Damit Sie wissen, auf was Sie bei Ledermöbel achten müssen und damit Ihre Bezüge nicht zu immer kaltem Leder werden, haben wir für Sie ein paar wichtige Tipps und Tricks zusammengefasst.

Grundlegendes über Möbelstücke aus Leder

Am Häufigsten werden Möbelstücke mit glattporigem Leder bezogen. Die Meisten Wohnlandschaften und Sitzmöbel werden mit diesem pigmentierten Leder versehen, da es am einfachsten zu reinigen und pflegen ist. Darüber hinaus lässt sich das sogenannte Glattleder schon bei der Fertigung mit zusätzlichen Schutzschichten überziehen, um dem erkalten des Leders vorzubeugen. Das Leder für ein Möbelstück wird meistens in Handarbeit zugeschnitten und vernäht. Dabei kann es aus bis zu 200 verschiedenen Einzelteilen bestehen. Ein mit Leder überzogenes Möbelstück eine längere Lebensdauer als eines mit Stoffüberzug, was grundsätzlich auch den höheren Preis rechtfertigt.

Darüber hinaus bietet das flexible Herstellungsverfahren auch viel Raum, um sich auf moderne Designs einzulassen, zum Beispiel farblich abgesetzte Nähte. Die Eigenschaften eines solchen Möbelstücks werden zum großen Teil vom Naturprodukt Leder bestimmt. Zum einen ist es sehr widerstandsfähig, und zum anderen verhältnismäßig leicht zu Pflegen. Durch das sogenannte „Stollen“ des Leders, bei dem der Stoff mechanisch gedehnt wird, wird es weich und elastisch gemacht. Das Fasergefüge der Oberfläche, die Pigmentierung und auch der Gerbprozess tragen zu einem großen Teil zur Strapazierfähigkeit des Leders und somit des Möbels bei. Ob das Leder seine schönen Farben behält, also ob es Lichtbeständig ist, hängt davon ab, ob hochwertige Farbstoffe und Gerbmittel verwendet worden sind.

Kaltes Leder

Mit der Zeit kommt es wie bei jedem Naturprodukt auch bei Leder zu einer Veränderung der Struktur. Dazu kommen das Sonnenlicht und die eigentliche Abnutzung durch das Sitzen. Experten sprechen davon, dass jedes Sofa eine für sich charakteristische Patina entwickelt. Dadurch, dass sich der Lederbezug nicht entfernen lässt, ist die Reinigung etwas anspruchsvoller als bei einem modernen Stoffbezug. Ungepflegtes Leder wird luftundurchlässig, und es wirkt im Winter besonders kalt. Tatsächlich ist es wirklich kälter, und dass aus zwei Gründen: Erstens lässt das Leder keine Wärme mehr ins Innere des Möbelstücks, es wirkt also lange Zeit wie ein Kühlschrank nach. Zweitens sammelt sich Feuchtigkeit auf der Oberfläche, und zwar genau da, wo die Haut mit dem Leder in Kontakt kommt. Diese verdunstet nun langsam und das Leder kühlt weiter ab.

Die Stärke des Effekts hängt von der Durchlässigkeit des Leders ab. Denn je älter es ist, desto mehr dichtet es ab. Das bedeutet wiederum, dass sich mehr Flüssigkeit auf der Oberfläche Sammeln kann, und es somit zu einer noch kühleren Oberfläche führen. Darüber hinaus verändert sich auch die Raumatmosphäre, denn nur wenn das Möbelstück angenehm warm und weich ist, kann es sich von seiner besten Seite zeigen. Dafür müssen die Poren wieder geöffnet werden, so dass die Körperwärme auch in das Innere des Sofas ziehen kann und sich das Innere der Couch wieder schneller erwärmt.

Das Sitzstück gibt nun, da die Poren wieder offen sind, auch die gespeicherte Wärme und Feuchtigkeit gleichmäßig ab. Die Haltbarkeit wird insgesamt wieder erhöht. Falsche Pflege kann es ebenfalls zum Phänomen des kalten Leders beitragen. Deshalb ist bei Bienenwachs besonders viel Vorsicht geboten, denn dieses führt bei den meisten Ledersorten ebenfalls zu verstopften Poren. Benutzen Sie lieber gleich synthetisches Fett.

Leder richtig Pflegen

Die richtige Lederbehandlung jedoch, beugt dem Effekt vor und Schütz das Leder. Die Behandlung bedingt zweier wichtiger Komponenten: Einem Reinigungs- und anschließend einem Pflegemittel. Von Kombipräparaten ist abzuraten, da diese oft Lösungsmittel enthalten, um das Nachfetten zu ermöglichen Diese greifen das Leder an. Um es richtig zu schützen ist ein Sonnen geschützter Platz abseits von Wärmequellen von Vorteil. Wischen Sie einmal die Woche mit einem mit destilliertem Wasser angefeuchteten Tuch über das Leder. Normale Flecken entfernen Sie mit gut aufgeschäumter Glycerin- oder Neutralseife.

Am besten wischen Sie aber gleich mit einem trockenen Tuch nach. Anders verhält es sich bei hartnäckigen Fettflecken. Nutzen Sie hierfür am spezielles Reinigungsbenzin für Leder. Sollten Sie diese gerade nicht zur Hand haben, so tut es auch handelsübliche Essigessenz mit einem Säuregehalt von 25 %. Insgesamt gilt bei der Reinigung von Leder die einfache Regel: Benutzen Sie kein Wasser, um das Leder zu reinigen. Extratipp: Kaltes Leder wird zusätzlich dadurch verhindert, wenn ab und zu für glänzende Oberflächen Pflegemilch zum Einsatz kommt. 

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